Kunsthaus Dresden
Städtische Galerie für Gegenwartskunst

Rähnitzgasse 8 - 01097 Dresden
fon: +49 (0)351-804 14 56
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ARBEITSHAUS einatmen. ausatmen.
Ausstellung, Symposien, Filme, Lesungen, Gespräche, Theater

1. Mai 2005 bis 17. Juli 2005

In Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem Kino Casablanca, der Evangelischen Akademie Meißen, ColoRadio Dresden und dem Museum für Sächsische Volkskunst.
Das Projekt ARBEITSHAUS im Kunsthaus Dresden wurde in einer gemeinsamen Initiative von mehreren Partnerorganisationen in Dresden entwickelt. Das Projekt widmet sich dem großen gesellschaftlichen Thema Arbeit und der Verschiebung des Arbeitsbegriffes hin zu flexiblen beziehungsweise prekären Beschäftigungsverhältnissen.

Die Ausstellung einatmen. ausatmen. bildet das Kernstück des breit angelegten Projektes ARBEITSHAUS mit Diskussionsveranstaltungen, Symposien, Workshops, Lesungen, Theaterperformances und Filmen. Das Verschwinden klassischer Erwerbsarbeit in den westlichen Industriegesellschaften und der daraus resultierende erhöhte Wettbewerbsdruck produzieren eine Atmosphäre der Verunsicherung und der Resignation: Im Vordergrund des Projektes steht der Einzelne und das individuell erfahrene Scheitern an gesellschaftlichen Standards, das Auseinanderbrechen von Lebensplanung und Lebensrealität. Während die anhaltenden Debatten über politische Reformen die Öffentlichkeit in Atem halten, fragt ARBEITSHAUS nach individuellen und kollektiven Strategien, wie diesem Druck begegnet werden kann. Die Ausstellung einatmen. ausatmen. zeigt künstlerische Postionen der Verweigerung und spielerische Unterwanderungen zwischen Selbstkontrolle und Flucht.

Can und Deniz Altay (Ankara), Eleanor Antin (San Diego), Marc Flossmann (Dresden), Michel Francois (Brüssel), Jörg Paul Janka* (Düsseldorf), Juliane Köhler (Dresden), Ken Lum (Vancouver), Emmanuelle Léonard (Montreal), Aernout Mik (Amsterdam), Cat Tuong Nguyen (Zürich), Julien Prévieux (Paris), Reinigungsgesellschaft (Dresden), Rekolonisation (Hamburg), Grit Ruhland (Dresden), Michaela Schweiger (Berlin), Santiago Sierra (Madrid), Juliana Spahr (Oakland), Mladen Stilinovic (Zagreb), Thorsten Streichardt (Berlin), Demjan Tschistjakow (Dresden)

kuratiert von Christiane Mennicke und Annette Weisser. Kooperationen und Rahmenprogramm: Ronald Blaschke in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Dresden

Zu der Ausstellung wird ein Katalog erscheinen.

Textinformation

ARBEITSHAUS. einatmen. ausatmen. findet in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem Kino Casablanca, der Evangelischen Akademie Meißen, ColoRadio Dresden und dem Museum für Sächsische Volkskunst statt.

ARBEITSHAUS: einatmen. ausatmen.
Die Anzahl von Menschen ohne traditionellen Arbeitsplatz ist in Deutschland in den letzten 15 Jahren kontinuierlich gestiegen und hat derzeit einen aktuellen Höchststand von über 5 Millionen registrierten Einzelpersonen erreicht. Die Debatten, die verschiedene Reformansätze im Arbeitsrecht wie auch in der Absicherung der Erwerbslosen begleiteten, haben die Öffentlichkeit in den letzten 10 Jahren in Atem gehalten.

Das Projekt ARBEITSHAUS im Kunsthaus Dresden wurde in einer ungewöhnlichen gemeinsamen Initiative von gleich mehreren Partnerorganisationen in Dresden entwickelt. Das Projekt widmet sich dem großen gesellschaftlichen Thema Arbeit, der Verschiebung des Arbeitsbegriffes hin zu flexiblen beziehungsweise prekären Beschäftigungsverhältnissen und den radikalen Veränderungen denen vor allem die westliche Industriegesellschaften durch den Mangel und das Verschwinden klassischer Erwerbsarbeit unterliegen.

Die Ausstellung einatmen. ausatmen. bildet das Kernstück des breit angelegten Projektes ARBEITSHAUS mit Diskussionsveranstaltungen, Symposien, Workshops, Lesungen und Strassentheaterperformances. Im Vordergrund der Ausstellung stehen die Auswirkungen am Rande der Reformen: Eine Athmosphäre der Unsicherheit, der Angst, des massiv erhöhten Wettbewerbsdrucks aber auch der Resignation. Welche psychologischen Folgen haben die deutlichen Veränderungen und das Gefühl nicht länger Teil einer sich desintegrierenden Gesellschaft zu sein für den einzelnen Menschen?

Das Projekt ARBEITSHAUS fragt nach individuellen und kollektiven Strategien, wie diesem Druck begegnet werden kann. Für die Ausstellung war der von dem Soziologen Pierre Bourdieu geprägte Begriff des "relationalen" Leidens" der Ausgangspunkt. Relationales Leiden (misère du position) beschreibt das subjektiv erfahrene Scheitern an gesellschaftlichen Standards, das Auseinanderbrechen von Lebensplanung und Lebensrealität. Die Diskrepanz zwischen alten und neuen Lebensentwürfen wird in der Regel als individuelles Versagen gewertet. Diese Erfahrung, so zeigt die Studie, ist sehr verbreitet und ermöglicht eine umfassendere Einschätzung des Leidens an gesellschaftlichen Verhältnissen jenseits der Fixierung auf das ökonomische Armut.

21 KünstlerInnen, in deren Werk das Thema gesellschaftliche Tranformation und die alltägliche Erfahrung des Scheiterns eine Rolle spielen, wurden zu der Ausstellung eingeladen. einatmen.ausatmen. wird diese gesellschaftlichen Spannungen, in bezug auf historische Dimensionen ebenso wie auf sehr aktuelle Phänomene, reflektieren.

Unterstützer

Die Ausstellung wird durch die KULTURSTIFTUNG DES BUNDES gefördert Kooperationspartner des Projektes ist die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Rosa-Luxemburg-Stiftung, die Evangelische Akademie Meißen, das Kino Casablanca, coloRadio Dresden, das Societaetstheater Dresden/ e.V. und das Museum für Sächsische Volkskunst.

Bilder zur Ausstellung
Mark Floßmann / Mediale Fürsorge 
Jörg Paul Janka 
Aernout Mik 
Can und Deniz Altay 
Cat Tuong Nguyen 
Eleanor Antin 
Michaela Schweiger 
Michel Francois 
REINIGUNGSGESELLSCHAFT 
Emmanuelle Léonard 
Santiago Sierra 
Can und Deniz Altay 
Juliane Köhler 
Grit Ruhland 
Rekolonisation 
Rekolonisation 
Ken Lum 
Ken Lum 

Dokumente & Dateien
Anmeldeformular_Symposium_Grenzüberschreitungen - 17. Juni 2005, Freitag
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Ausstellungskatalog
Kunsthaus Dresden (Hg.) : ARBEITSHAUS einatmen.ausatmen.

Katalog zur Ausstellung ARBEITSHAUS einatmen.ausatmen. vom 1. Mai - 17. Juli 2005 mit 21 internationalen KünstlerInnen und Künstlergruppen. Mit Beiträgen von Christiane Mennicke und Annette Weisser, Superpunk, Karl-Siegbert Rehberg, Angelika Reitzer, Jürgen Riethmüller, Ramin Raissi, Ronald Blaschke, Henry Martin. 149 Seiten, viele Farbabbildungen.

Publikationsbestellung (18 €)

Begleitende Veranstaltungen
Zurückliegende Veranstaltungen

30.4. 2005 20:00 Uhr (Samstag)
Ausstellungseröffnung:
Begrüßung:
Christiane Mennicke, Leiterin Kunsthaus Dresden und Annette Weisser, Künstlerin und Kuratorin, Berlin

Eröffnungsrede:
Prof. Dr. Karl Siegbert Rehberg, TU Dresden, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

ab 22.00 Uhr Party Lounge mit F.A.U.L. und Djaine Elaine in NY

Mitternachtsproklamation zum internationalen Tag der Arbeit von Ronald Blaschke

19.6. 2005 20:00 Uhr (Sonntag)
ABENDSALON: Das Totalitäre der Arbeit - In Erinnerung an Hannah Arendt:
Hannah Arendts Buch "Vita activa oder vom tätigen Leben" hat bis heute nichts an Aktualtiät eingebüßt. Beschrieben wird die totale Unterwerfung der höheren menschlichen Tätigkeiten unter das Diktat der Erwerbsarbeit. Arendts Frage, was aus einer Arbeitsgesellschaft wird, der die Arbeit ausgeht und einen anderen Tätigkeitsbegriff nur noch vom Hörensagen kennt, eröffnet und erfordert weite Denkräume.

Prof. Dr. Gerburg Treusch-Dieter (FU Berlin, Mitherausgeberin der Wochenzeitung Freitag und der Reihe "Ästhetik und Kommunikation") im Gespräch mit Prof. Dr. Karl Siegbert Rehberg, TU Dresden und Vorsitzender Deutschen Gesellschaft für Soziologie.
In Kooperation mi der Ost-West-Wochenzeitung Freitag

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